Hausärztliche Gemeinschaftspraxis Nellingen
Allgemeinmedizin, Sportmedizin, Umweltmedizin, Naturheilverfahren


Gesundheit

"Fußballspieler während des Spiels tot zusammengebrochen"-"Eiskunstläufer beim Squashspielen an Herzversagen gestorben" waren nur zwei Schlagzeilen von vielen, die in den letzten Jahren im Zusammenhang mit Sport zu lesen waren.
Ist es also tatsächlich so, wie Winston Churchill behauptet hat: "Sport ist Mord"?

Eigentlich verbinden wir doch eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger sportlicher Betätigung, und jeder hat schon einmal den guten Rat zu hören bekommen, er solle etwas für seine Gesundheit tun und mehr Sport treiben.

Stimmt es überhaupt, dass Sport zu mehr Gesundheit führt?

Zunächst sollte zwischen dem Breitensport, der im Verein oder individuell als Hobby oder Freizeitbeschäftigung betrieben wird, und dem Leistungssport im professionellen Bereich unterschieden werden.

Geht man vom Breitensport aus, so lassen sich bei regelmäßiger körperlicher Belastung einige Veränderungen und Anpassungsvorgänge feststellen:

Das Herz-Kreislaufsystem (Herz, Lungen, Arterien und Venen) arbeitet ökonomischer, der Blutdruck sinkt ein wenig, ebenso der Puls, die Leistungsfähigkeit bei Anstrengungen wird besser, und Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzkranzgefäßverengungen und arterielle Durchblutungsstörungen treten weniger häufig oder nicht so ausgeprägt auf. Bei Durchblutungsstörungen z.B.der Beine führt regelmäßiges Gehtraining zur Ausbildung von neuen Arterien, sog. Kollateralen, und damit zu einer verbesserten Durchblutung.

Der Bewegungsapparat, zu dem die Muskeln, Bänder, Knochen und Gelenke gehören, wird ebenfalls widerstandsfähiger: die Muskelkraft nimmt zu, wodurch die Gelenke besser geschützt werden. Dies wird beispielsweise bei der Rückenschule, der Wirbelsäulengymnastik und dem Krafttraining nach Gelenkoperationen ausgenützt. Gleichzeitig wird die Geschicklichkeit verbessert, was ebenfalls zum Schutz vor Verletzungen führen kann.

Im Stoffwechsel spielen sich bei regelmäßiger sportlicher Betätigung viele Anpassungsvorgänge ab, die für den Körper nützlich sind: Durch erhöhten Kalorienverbrauch sinkt das Gewicht, der Zucker-, Cholesterin- und Fettgehalt des Blutes verringert sich, oft in recht deutlichem Maße. Treiben Zuckerkranke Sport mit mittlerer Anstrengung, kann der Blutzucker kurzzeitig z.B.von 180 mg% auf 130mg% sinken, und das völlig ohne zusätzliche Medikamente.

Im psychischen Bereich kann Sport zur Entspannung beitragen, die Konzentration fördern (Bogenschießen, Skifahren, Golf) und entscheidend zum subjektiven Wohlbefinden beitragen.

Schließlich wird auch die körpereigene Abwehr, das Immunsystem, gestärkt, bestimmte Abwehrstoffe und -zellen nehmen zu und werden aktiver, und das führt dann mittelfristig zu geringerer Infektanfällgkeit.

Um von den positiven Auswirkungen des Sports zu profitieren, müssen jedoch einige Regeln beachtet werden:
  • bei akuten Erkrankungen wie Erkältung, Grippe, anderen Infekten: kein Sport
  • als Ungeübter langsam anfangen
  • geeignetes Sportgerät benützen
  • regelmäßige sportliche Betätigung mit mittlerem Anstrengungsgrad 1-2x pro Woche mit einer Dauer von ca.1-2 Stunden durchführen, also z.B.Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Fahrradfahren. Kurzdauernde maximale Belastungen vermeiden
  • vor dem Sport aufwärmen, z.B. durch Gymnastik, Warmlaufen
  • regelmäßige Kontrollen bei Ihrem Arzt, v.a., bevor Sie mit dem Sport beginnen wollen.

Aber auch bei Beachtung all dieser Gesichtspunkte kann es zu Verletzungen oder Krankheiten im Zusammenhang mit Sport kommen, und selbstverständlich lassen sich nicht alle Krankheiten durch Sport günstig beeinflussen oder kurieren.
Deshalb: lassen Sie sich von Ihrem Sportverein, Sportlehrer und von Ihrem Arzt individuell beraten, dann kann Sport zu einer gesünderen Lebensweise beitragen.

Ihr

Dr.Rainer Graneis

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